Fachwirt Alten- und Krankenpflege

Als Fachwirt Alten- / Krankenpflege richtig durchstarten und das Gehalt deutlich verbessern – so können Sie die Weiterbildung gezielt durchführen!

Was ist ein Fachwirt für Alten- und Krankenpflege?

Unsere Bevölkerung wird immer älter – der Fachwirt für Alten- und Krankenpflege kombiniert sein Engagement für Alte und Kranke mit fachlichem Know-how und idealen Berufsaussichten. Fachwirte übernehmen Führungsverantwortung und werden gebraucht – auch morgen noch. Eine interessante Alternative zum Fachwirt für Alten- und Krankenpflege ist die Weiterbildung zum Pflegeberater nach §7a SGB XI.

Anbieter von Lehrgängen in der Pflegebranche

Bei folgenden Instituten können Sie eine passende Weiterbildung absolvieren.

Branchen und Arbeitsorte

Der Fachwirt für Alten- und Krankenpflege ist eine berufsbegleitende Weiterbildung mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Sie richtet sich unter anderem an Pflege­kräfte, die ihre Arbeit ins Büro verlagern möchten. Oder auch an Fachkräfte in der Verwaltung von sozialen Einrichtungen, die ihre Berufsaus­sichten verbessern wollen und den Aufstieg in eine höhere Position planen.

Fachwirte für Alten- und Krankenpflege arbeiten in mehreren Branchen und in einer Vielzahl an Einrichtungen.

Zum Beispiel:

im Sozialwesen:

  • in Alten- und Behindertenwohnheimen
  • in Pflegeheimen
  • in Einrichtungen für Kurzzeitpflege
  • bei ambulanten Pflegediensten
  • in Hospizen

im Gesundheitswesen

  • in Kliniken, unter anderem in geriatrischen Abteilungen
  • in Reha-Zentren und Kureinrichtungen
  • bei Krankenkassen

in der Politik und in gesellschaftlichen Institutionen

  • in Parteien, Verbänden, Organisationen
  • in Interessenvertretungen
  • in Vereinigungen
  • in Beratungsstellen

Aufgaben und Tätigkeiten

Während Alten- und Krankenpfleger sich um das Wohlergehen der Patienten kümmern, sorgen Fachwirte dafür, dass es der Einrichtung auch wirtschaftlich gut geht. Dies ist angesichts knapper Kassen und hohem Effizienzdruck eine große Herausforderung. Um so wichtiger ist ein solides Management, und um so besser sind die beruflichen Perspektiven für gut ausgebildete Führungskräfte.

Fachwirte übernehmen leitende Aufgaben in Kranken- und Pflegeeinrichtungen oder bei ambulanten Diensten. Dabei ist ihr betriebswirtschaftliches Know-how gefragt – im Management, ebenso wie in der Organisation, der Verwaltung oder auch der Öffentlichkeitsarbeit. Im Bereich Finanzen, ebenso wie im Personalwesen, Recht und Marketing. Sie gehören zu den wichtigen Entscheidungsträgern im Betrieb. Das sind ihre Aufgaben:

  • Errechnen betrieblicher Kennzahlen für das Controlling
  • Analyse von Bilanzen, Erstellen von Gewinn- und Verlustrechnungen, Kosten- und Leistungsrechnungen
  • Organisieren von Pflegeleistungen
  • Kostenkalkulation und Qualitätskontrolle
  • Bedarfsermittlung bei Pflegemitteln und Medikamenten
  • Zusammenarbeit mit Behörden, Versicherungen und externen Dienstleistern
  • Einsatzplanung beim Personal, Erstellen von Dienstplänen
  • Information und Beratung von Patienten und Angehörigen
  • Vertreten der Einrichtung in der Öffentlichkeit
  • Werben für den Betrieb mit Instrumenten des Marketings
  • Organisation der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, Führen von Mitarbeitergesprächen
  • Kontrolle der Einhaltung von arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften, gesetzlichen Qualitätsnormen und Pflegestandards

Die Aufgaben eines Fachwirts für Alten- und Krankenpflege sind vielfältig und die Arbeit abwechslungsreich. Absolventen der Weiterbildung erwarten neue, spannende Herausforderungen und oft auch angenehmere Arbeitszeiten. Denn wer aus der Pflege kommt und dank der erlangten Qualifikation in eine leitende Position aufsteigt, lässt auch den Schichtdienst hinter sich.

Anerkennung und Ansehen

Der Fachwirt für Alten- und Krankenpflege verfügt sowohl über Praxiserfahrung als auch über betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Er kennt den Pflegealltag mit all seinen konkreten Anforderungen, aber auch die Notwendigkeit von Kosten- und Leistungsrechnungen. Die Kombination aus praktischen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Kompetenzen macht den Fachwirt für Alten- und Krankenpflege zum willkommenen Kandidaten für eine leitende Position. Für den beruflichen Aufstieg im Pflegebetrieb bietet die Weiterbildung einige Perspektiven. Sie ist ein anerkannter Weg und eine lohnende Investition in die Zukunft.

Der Fachwirtabschluss im Ausland

International gesehen ist der Fachwirt ein deutsches Phänomen. Eine geregelte, EU-weite Anerkennung gibt es für diesen Abschluss bislang nicht. Vielmehr wird an der Vergleichbarkeit zahlreicher Berufe und Abschlüsse innerhalb der Europäischen Union noch gearbeitet. 

Über die europaweite Anerkennung in Pflegeberufen informiert unter anderem der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Demnach gelten Pflegefachkräfte mit Zusatzqualifikation, wie einer Fachweiterbildung oder ein Pflegestudium, laut EU-Recht als "Angehörige eines Spezialgebiets innerhalb der allgemeinen Pflege". Eine automatische Anerkennung gibt es für sie nicht. Wer also eine Karriere im Ausland anstrebt, muss sich auf eine Einzelfallprüfung im Aufnahmestaat einstellen.

Ländern, die nicht der  Europäischen Union angehören, entscheiden selbstständig und auf Antrag über die Anerkennung von Berufsqualifikationen im Pflegebereich. Diese kann auch mit Auflagen erfolgen, wie eine zu absolvierende Eignungsprüfung oder ein Lehrgang.

Berufsaussichten, Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten

Die Berufsaussichten für Fachwirte der Alten- und Krankenpflege sind Erfolg versprechend, denn sie werden dringend gebraucht. Grund sind die schwierigen Perspektiven für das Gesundheits- und Pflegesystem in Deutschland. Aufgrund der demographischen Entwicklung droht der Altenpflege hierzulande der Kollaps. Rund 4 Millionen Pflegebedürftige erwartet der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) bis 2050. Dann wird sich die Zahl der über 80-Jährigen fast verdoppelt haben. Doch schon heute kommt auf 3 unbesetzte Stellen nur ein Arbeitssuchender. Bis 2020 würden 220 000 zusätzliche Fachkräfte benötigt, rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie vor.

Strukturelle Veränderungen in der Pflegebranche

Nicht nur die absolute Zahl an alten Menschen nimmt zu. Auch innerhalb der Pflegestufen wird es eine Verschiebung hin zur Intensivpflege geben. 2,5 Millionen Demenzkranke prognostizieren die Krankenkassen für das Jahr 2060. Damit erhöht sich ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung um mehr als das Doppelte auf 3,8 Prozent. Diese Menschen brauchen professionelle Pflege, ihre Angehörigen professionelle Beratung.

So werden nicht nur Altenpfleger händeringend gesucht. Auch in Führungspositionen fehlt qualifizierter Nachwuchs. Denn mit der steigenden Zahl an Pflegebedürftigen wird sich zwangsläufig auch die Zahl an stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten erhöhen müssen. Und die wiederum wollen verwaltet und gemanaged werden.

Zu strukturellen Veränderungen im Pflegesystem kommen neue Pflegekonzepte und Qualitätsstandards, Kostendruck und Wettbewerb. Diese Faktoren verlangen den sozialen Einrichtungen heute bereits ein hohes Maß an Effizienz ab.

Neue Anforderungen durch technischen Fortschritt

Auch der technische Fortschritt in der Pflege sowie der Einsatz moderner Kommunikationstechnologien erfordert vielschichtig ausgebildetes Personal. So ist zum Beispiel Telemedizin keine Zukunftsvision mehr, sondern bei der Versorgung alter Menschen immer mehr Realität. Eine neue Art der Kommunikation zwischen Patient und Arzt, aber auch zu den ambulanten Pflegediensten, elektronische Notfall- und Überwachungssysteme – all dies soll die Betreuung effizient gestalten. Gleichzeitig möchte man ermöglichen, dass Betroffene länger zu Hause leben können. Technologien, die Chancen eröffnen, aber auch qualifizierte Fachkräfte erfordern.

So werden Fachwirte für Alten- und Krankenpflege auch in Zukunft kaum von Arbeitslosigkeit bedroht sein. Auf welche Hierarchieebene sie die Weiterbildung letztendlich befördert, hängt im Wesentlichen vom einzelnen Betrieb ab. Während ambulante Pflegedienste, geriatrische Abteilungen aber auch Pflegeheime oft von Fachwirten geleitet werden, bedarf es für eine Chefposition in einer größeren Einrichtung oder Klinik doch meistens eines akademischen Titels.

  • Einen Hochschulabschluss können ambitionierte Fachwirte zum Beispiel mit einem Studium Pflegemanagement erlangen. Ihr Fachwirtabschluss fungiert hierbei als Eintrittskarte. Denn auch ohne Fach- oder Hochschulreife können sie beispielsweise an der Fern-Hochschule Hamburg ein Studium zum Diplom-Pflegewirt (FH) absolvieren. Das Grundstudienfach "Allgemeine Betriebswirtschaftslehre / Rechnungswesen" wird IHK-geprüften Fachwirten für Alten- und Krankenpflege hierbei als "bestanden" angerechnet.
  • Mit einem Masterstudium lässt sich anschließend ein noch höherer akademischer Titel erzielen.
  • Ebenfalls möglich ist eine Fortbildung in einem Teilbereich.

Wer in der Pflegebranche aufsteigen will, ein höheres Gehalterzielen oder einfach nur seinem beruflichen Werdegang eine kleine Wendung geben möchte, legt mit der Weiterbildung zum Fachwirt für Alten- und Krankenpflege einen soliden Grundstein für seine Karriere. Er eröffnet nicht nur die Perspektive auf andere Tätigkeiten und Positionen innerhalb des Betriebes. Auch eine Spezialisierung auf einen Teilbereich ist möglich. Und wer später vielleicht doch noch einmal die Branche wechseln möchte, hat mit seinen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen schon wertvolles Rüstzeug für einen Quereinstieg.